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Mein Laptop

Mitte 2003 habe ich also bei ebay das Sony Vaio PCG-SRX51P/A erstanden. Nachdem mein altes Notebook (SN PCD-4ND, ein 486er) kaum noch benutzbar war, wurde es langsam Zeit, auf etwas zeitgemäßeres umzusteigen.

Hier will ich nun meine Bemühungen dokumentieren, Linux sinnvoll™ zum Laufen zu bringen und Links zu Tools und Infos weitergeben. Vorweg: Alles, das ich testen kann, funktioniert mittlerweile. Die meisten der Hinweise sollten auch für den PCG-SRX99 gelten.



Distribution



XFCE und Rox-Filer

Meiner einer ist eben ein Spielkind. Deswegen fiel meine Wahl auf Gentoo Linux. Davon erhoffte ich mir einerseits neueste Software zur Verfügung zu haben, wenn ich sie brauche (immerhin ist es ein Laptop). Andererseits ist ein PIII-M auch kein Hochleistungsprozessor. Also vielleicht würde das System damit etwas schneller laufen.

In Sachen Software bin ich mittlerweile bei XFCE zusammen mit dem Rox-Filer hängen geblieben. KDE und Gnome sind toll. Aber laaaaangsam. Und das merkt man vor allem bei nicht-gigahertz-Rechnern zu denen dieser eben gehört.


Booten

Das mitgelieferte Firewire-Cdrom lässt sich gottseidank als Bootmedium benutzen. Leider musste ich aber feststellen, dass eine aktuelle Gentoo-CD (1.4) den Bootvorgang abbricht, wenn sie das Bootlaufwerk nicht mounten kann (und Firewire ist nicht by default dabei). Meine Versuche mit Knoppix und Redhat schlugen auch fehl und damit waren alle CDs die ich kurzfristig finden konnte erschöpft.

Ein Hinweis auf einer Mailingsliste gab mir dann den Ausschlaggebenden Tipp: Die Gentoo-1.2 CD! Diese alte Version zeigt sich nicht so zickig wie ihre Nachfolgerin. Damit dauert dann das erste Systemupdate etwas länger, aber sonst kann ich keinen Grund sehen, der dagegen spricht.

Angeblich hilft ein einfaches echo "scsi add-single-device 0 0 0 0" > /dev/scsi/scsi";exit auch der 1.4 auf die Sprünge. Getestet hab ichs aber nicht.


Powersaving/ACPI

Allgemein gesprochen: Funktioniert. Der Laptop schaltet sich ab, wenn er es soll und die Batteriefüllstandanzeige (nennt man das so?) macht auch keine Probleme. Bei meinem ersten Kernel hatte ich ACPI vergessen und nichts funktionierte (Kernelhänger beim Hochfahren) - also: Einschalten.

Seit dem 2.6er Kernel benutze ich auch das FastStep-Zeug (also CPU-Scaling). Das funktioniert super, verlängert die Batterielaufzeit und verringert die Lautstärke. Dazu muss man das nur im Kernel einschalten und den cpufreqd installieren.

Außerdem sinnvoll: Den acpid einsetzen und z.B. die Bildschirmhelligkeit verringern, sobald der Strom ausgesteckt wird (mittels spicctrl oder setbrightness aus dem sjog-Paket).


Grafik



Textkonsole... schön :)

Die eingebaute Grafik macht eigentlich keine Probleme. Mit dem Driver "i810" kann man X benutzen, aber anspruchsvolle Anwendungen, vor allem 3D, sind sogar für ein Laptop ekelhaft langsam. Der Versuch, DRI zu aktivieren scheiterte aber. Nach der Lösung habe ich lange gesucht, sie aber letztendlich doch gefunden: export MESA_FORCE_SSE=1 in der /etc/profile. Wird diese Variable nicht gesetzt, hagelt es SegFaults beim X-Start. Außerdem darf die Farbtiefe nur 16 bit betragen. So bekomme ich bei glxgears aber endlich brauchbare Werte *g*.

Zweites Problem: Framebuffer. Ohne echten Grund will ich das einfach haben. Ich stehe halt auf bunte Bildchen. Der FB-Driver für i810, der beim 2.6er-Kernel dabei war, funktionierte auch endlich. Leider ließ sich X dann aber nicht mehr starten und die Antwort findet sich hier. Da gibt es auch einen lite-Treiber, der angeblich funktioniert.

Nachtrag: Der i810fb, der beim 2.6.2er Kernel und aufwärts dabei ist, funktioniert auch mit X - aber leider ohne Bootsplash (bootsplash verträgt sich wohl nur mit VESA). Die gute Nachricht: gensplash funktioniert (mir doch egal, wie das genau gemacht wird *g*). Siehe dieses Howto. Ist ganz einfach.


USB

Sorgenkind USB. Erst die schlechte Nachricht: Bis vor kurzem funktionierte nur wenig USB-betreffend. Eine USB-Maus musste schon beim Booten angeschlossen sein, sonst hängte sich der Host-Controller auf. Meine USB-Kamera funktionierte bestenfalls beim 50. Versuch - und bei etwa jedem 3. hängte sich der Host-Controller auf. Manche Geräte wurden auch einfach ignoriert. Jetzt die gute Nachricht: Seit Kernel 2.6 funktioniert alles. Wahnsinn. Der Laptop verwendet im Übrigen einen UHCI-kompatiblen Controller. Bei der Kernelkonfiguration sollte man sich also so entscheiden:

 

CONFIG_USB=y

CONFIG_USB_UHCI_HCD=y

 

Für USB-Maus und Tastatur müssen dann noch die entsprechenden HID-Optionen ("human interface devices") im Kernel aktiviert (oder als Modul gebaut) werden:

 

CONFIG_USB_HID=y

CONFIG_USB_HIDINPUT=y

CONFIG_USB_HIDDEV=y

 

Kleiner Tipp noch: Die USB-Maus muß zuerst für X bekannt gemacht werden, bevor man sie benutzen kann. Sollte man auf jeden Fall machen. Sonst passiert euch sowas wie mir bei einer Vorführung: "Hmm, blödes Touchpad." - "Hier, ich hab ne USB-Maus dabei." - "Danke, aber das geht nicht." - "Was, Linux kann das nicht?". Also: Wir brauchen ein neues Device in der /etx/X11/XF86Config. Das sieht bei mir so aus:

 

Section "InputDevice"

Identifier "USBMouse"

Driver "mouse"

Option "Protocol" "imps/2"

Option "Device" "/dev/input/mice"

Option "ZAxisMapping" "4 5"

EndSection

 

Und dann in der Section "ServerLayout" das Device noch bekannt machen:

InputDevice "USBMouse" "AlwaysCore"

Dann scheint es allerdings Probleme mit rsjog zu geben (siehe dieser Thread) - man braucht also noch ein Option "Buttons" "5" auch bei der anderen Maus!


Netzwerk

Update: Leider ist dieses Thema doch nicht so unkompliziert wie ich es gedacht hatte. Die NIC funktioniert zwar _meistens_ mit dem eepro100-Treiber, aber hin und wieder (bei speziellen Kabeln und auch diversen Hubs) bricht die Verbindung sporadisch ab und funktioniert erst wieder für ne Weile nachdem das Interface neu gestartet wurde (/etc/init.d/net.eth0 restart).

Der Kernel kommentiert das so: eth0: wait_for_cmd_done timeout!

 

Nach Hinweisen aus Newsgroups bin ich jetzt auf den e100-Treiber umgestiegen und konnte bisher keine Probleme mehr feststellen und so funktionieren meine "mysteriösen" Kabel endlich wieder :) (siehe auch aktualisierte .config)


WLAN

Hier hab ich ne ganze Weile rumprobiert. Dabei ist es sooo einfach. Mein höchstpersönlicher Stolperstein: Es ist ein PCMIA-device. Also "/etc/init.d/pcmcia start" oder ähnliches. Dann muss natürlich noch das Kernelmodul geladen werden. Das eingebaute Gerät funktioniert mit dem orinoco_cs.

Das scheints gewesen zu sein. Nach Accesspoints suchen kann ich zwar nicht (unter Windows auch nicht - ist das ein Hardwareproblem?), aber nach Eingabe der SSID und der Channels läufts auch schon. Unter Windows muss man das übrigens auch machen. Das steht auch im Sony-Handbuch. Aber wer liesst das schon ;)


Sound

Funktioniert. ALSA-Treiber snd-intel8x0. Xmms scheint den Sound zwar hin und wieder kaputtzukriegen (ein "/etc/init.d/alsasound restart" hilft) - aber kein anderer Player. Deswegen wird der xmms wohl auch in Bälde nicht mehr auf meiner Platte residieren dürfen.


JogDial

Super praktisch. Um die Zusatzfunktionen benutzen zu können, muss /dev/sonypi vorhanden sein (Kerneloption CONFIG_SONYPI). Außerdem braucht man ein Programm, das die Eingaben umsetzt. Ich habe mich für rsjog entschieden. So können Hotkeys mit der Fn-Taste belegt werden (Fn-F1 -> xterm oder so), das Scrollrad wird aktiviert und ein Druck auf das JogDial öffnet ein benutzerdefinierbares Menü. Dazu ist das Programm i810switch recht praktisch. Dann funktioniert das Ein- und Ausschalten des Monitorausgangs wie man es unter Windows gewohnt ist, wenn man es auf den Hotkey legt ("i810switch crt on/off" bzw. "i810rotate").


Firewire-CD-Laufwerk

Anschliessen, das sbp2-Modul laden und dann taucht das device /dev/cdroms/cdrom0 auf. So einfach. Soweit ich mich erinnern kann hat das beim 2.4er Kernel nicht immer hingehauen, wenn das Laufwerk nicht schon beim Hochfahren angeschlossen war. Aber der 2.6er Kernel ist sowieso Pflicht bei dem Gerät.

 


Memory Stick

Sowas hab ich nicht. Alle möglichen Chips hätt' ich rumliegen gehabt. Aber ein Memory Stick ist mir einfach zu teuer.

Es scheint aber doch zu funktionieren (syslog-gekürzt):

 

hub 2-0:1.0: new USB device on port 1, assigned address 2

usb 2-1: Product: USB Memory Stick Slot

scsi0 : SCSI emulation for USB Mass Storage devices

Vendor: Sony Model: MSC-U03 Rev: 1.00

Type: Direct-Access ANSI SCSI revision: 02

Attached scsi removable disk sda at scsi0, channel 0, id 0, lun 0

 

Also, SCSI-Emulation und usb-storage einschalten und es sollte laufen. Mittlerweile hab ich das auch anderer Quelle bestätigt bekommen: "mount /dev/sda1 /mnt/stick" is all you need.


Bluetooth

Das ist mir zu kompliziert. Mittel spicctrl lässt sich der Strom an- und abschalten (die blaue LED). Ansonsten habe ich nur mal die Kernelmodule geladen. Unter dem zweiten Link unten finden sich weitere Infos, wie man sein Handy als Modem benutzen kann. Aber die für mich interessantere Frage "wie übertrage ich Dateien" konnte ich bisher nicht lösen. Man braucht wohl noch einen Server und es gibt scheinbar eine recht komplette Lösung für Gnome. Aber alle Gnome-Libs installieren, nur um mal damit rumzuspielen? Danke, nein.


Dateien

Konfigurationsdateien für den Linux-Kernel (.config) und den XFree86 (XF86Config) - Verbesserungsvorschläge bitte per eMail an mich!


dotconfig-2.6.8   29 K
XF86Config-4.3.0   8.3 K

Weitere Informationen im Netz

Linux on the Sony VAIO PCG-SRX51P
Schöne Übersicht über die Hardware, auch Infos zu dem Winmodem.
Red Hat Linux 9.0 on Sony Vaio SRX-51P/A
Sehr komplett.

TuxMobil - Linux on Laptops, PDAs and mobile Phones

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